Unternehmensnachfolge: Anforderungen an den Übergeber

Anforderungen an den Übergeber im Betriebsübergabeprozess.

Eine Unternehmensnachfolge ist neben der Gründung eines Unternehmens die wichtigste Phase im unternehmerischen Leben eines mittelständischen Unternehmenseigners. Deshalb stellt dieser Schritt besondere Anforderungen an den Übergeber, die zusätzlich auch von äußeren Faktoren beeinflusst werden. Denn die Auswirkungen des demografischen Wandels machen ebenso vor dem Mittelstand nicht halt.

Die Anforderungen an den Übergeber betrifft auch die Investitionsbereitschaft

Eine Vielzahl der Inhaber mittelständischer Unternehmen sind 55 Jahre oder älter. Diese Alterung hat negative Auswirkungen auf die Volkswirtschaft, denn laut einer Studie der KfW investieren nur noch 37% der über 60-Jährigen in ihr Unternehmen. Das bremst die Modernisierung und gefährdet so den zukünftigen Geschäftserfolg des eigenen Unternehmens sowie das gesamtwirtschaftliche Wachstum. Gleichzeitig verändert sich die Art der Investitionen mit steigendem Alter. So dienen die getätigten Investitionen hauptsächlich der Pflege der Kapitaldecke und risikobehaftete oder kapitalbindende Vorhaben werden seltener, da der Planungshorizont älterer Unternehmer kürzer ist. Selbst Banken, die Unterstützer und Befürworter solcher Investitionsvorhaben verweigern zunehmend die Bewilligung vor allem dann, wenn eine geordnete Nachfolgeregelung nicht besteht.

Das oft genannte Loslassen des Übergebers im Mittelstand

Um diesen Auswirkungen frühzeitig zu begegnen, ist eine intensive Beschäftigung mit dem Thema Unternehmensnachfolge unabdingbar und stellt eine Reihe von Anforderungen an den Übergeber, erfolgt aber in der Regel viel zu spät. Etwa die Hälfte der 50- bis 59-Jährigen Unternehmer hat noch keine Entscheidung über die Nachfolge getroffen. Als Gründe dafür werden Angst vor dem Alter, Verdrängung der Problematik und keine alternative Beschäftigung nach dem Ausscheiden angeführt. Aber auch Angst vor dem Verlust der gesellschaftlichen Stellung und die Suche nach einer neuen Rolle in der Familie können Gründe für das Nicht-loslassen-Können sein. Die enorme Bedeutung dieser Problematik untermauert eine Umfrage im Auftrag der Deutschen Unternehmerbörse. In dieser gaben 84% der Befragten an, dass sie den Hauptgrund für das Scheitern von Unternehmensnachfolgen im Nichtloslassen-Können des Alteigentümers sehen. Die Lösung dieses Themas lässt sich nicht mit einem Wort beschreiben, denn sie stellt eine Vielzahl von Anforderugen an den Übergeber.

Anforderungen an den Übergeber gibt es viele.

Die Zeit des Übergebers nach einer erfolgreichen Unternehmensnachfolge

Ein Aspekt scheint jedoch sehr wichtig zu sein: Die Beschäftigung mit dem Leben „danach“! Wie soll der Ruhestand verbracht werden? Wie sieht eine mögliche Beschäftigung aus? Womit wird Zeit verbracht? Was hat das Leben außer dem Unternehmersein noch zu bieten?

Nur wenn der Unternehmer diese Fragen für sich schon lange vor der eigentlichen Nachfolge geklärt und auch für die finanzielle Absicherung dieser Pläne gesorgt hat, wird er die nötige Distanz zu seinem eigenen Unternehmen aufbauen können, um es dann in einem nächsten Schritt auch loslassen und für seinen Fortbestand sorgen zu können. Nur mit dieser inneren Bereitschaft wird er einen Nachfolger akzeptieren, ihn vorbereiten und im Prozess der Übernahme unterstützen. Und auch nur dann wird er bei den Verhandlungen zum Kaufpreis des Unternehmens von einer übersteigerten Bewertung seines Lebenswerkes absehen und bereit sein, die am Markt gängigen Methoden der Bewertung zu akzeptieren. Denn immer noch fordert fast die Hälfte der Alteigentümer einen überhöhten Kaufpreis und gefährdet so die Unternehmensnachfolge.

Weitere Anforderungen an den Übergeber: Der Zeitfaktor

Ein weiterer kritischer Punkt unter den Anforderugen an den Übergeber ist der Zeitfaktor. Nicht nur, dass die Überlegungen, wie bereits angesprochen, viel zu spät getroffen werden und der Prozess somit durch Krankheit, Unfall oder sogar Tod von einer geplanten zu einer ungeplanten Nachfolge wird. Auch der verzögerte Ablauf selbst kann zum Hemmnis werden, wenn der potentielle Nachfolger dies zum Anlass nimmt, den Prozess vorzeitig zu verlassen und die Nachfolge so scheitern zu lassen. Der erste Fall lässt sich vermeiden, wenn der Unternehmer schon mit Beginn seiner unternehmerischen Tätigkeit und einen Notfallplan anlegt. Darin sollten wichtige private und geschäftliche Papiere, Verträge sowie auch das Testament aufbewahrt werden. Aber auch Dokumente zu Bankkonten, Schließfächern, Immobilien und Versicherungen sollten sich darin befinden. Und besonders wichtig für den weiteren reibungslosen Ablauf des Unternehmens ist ein Vertretungs- bzw. Nachfolgeplan mit den entsprechenden Vollmachten. Das frühzeitige Ausscheiden des Nachfolgers aufgrund des Hinhaltens auf der Übergeberseite lässt sich verhindern, wenn sich die Beteiligten auf einen genauen Ablaufplan einigen und dem Übergeber nicht erst zu diesem späten Zeitpunkt die Folgen seinen Tuns bewusst werden. Die bereits erwähnte innere Bereitschaft und Einstellung des Alteigentümers das Unternehmen an einen geeigenten Nachfolger weiterzugeben minimiert das Risiko und sichert die Unternehmensnachfolge des eigenen Unternehmens.

Die Anforderungen an den Übergeber eines mittelständischen Unternehmens im Nachfolgeprozess sind nicht zu unterschätzen. Wir stehen Ihnen gern bei der Bewältigung dieser Aufgabe zur Seite und unterstützen Sie von der Suche nach einem passenden Nachfolger und die Verhandlungen über den Kaufpreis bis hin zum Abschluss des Kaufvertrages.

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Marketing-Assistentin, Onlineredakteurin | INTAGUS GmbH
Tanja Spuhl betreut uns als Teamassistenz bei all‘ Ihren unternehmerischen Zielsetzungen und ist für den Bereich Online Marketing zuständig. Sie befindet sich momentan im Masterstudiengang Medienpsychologie.
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