Notfallkoffer für Unternehmen sichert die Fortführung

Glücklicher Unternehmer dank Notfallkoffer für Unternehmen

Wenn alleinige Geschäftsführer-Gesellschafter durch Krankheit, Unfall oder sogar Tod ausfallen, kann das den Fortbestand des Unternehmens erheblich gefährden. Ein Notfallkoffer für Unternehmen, der zahlreiche wichtige Dokumente wie das Notfalltestament und Handlungsanweisungen für den unternehmerischen Umgang mit dem Betrieb enthält, kann in dieser Krisensituation rechtliche und wirtschaftliche Sicherheit herstellen.

Von Dr. Guido Krüger, Rechtsanwalt, Partner, Beiten Burkhardt Rechtsanwaltsgesellschaft

Der Notfallkoffer als persönliche Absicherung

Auf einen Unternehmer warten in seinem Leben viele Herausforderungen und Risiken. Trifft er die richtigen geschäftlichen Entscheidungen? Ist er zur richtigen Zeit am richtigen Ort? Schafft er es, sich immer wieder erfolgreich im Wettbewerb zu positionieren und die passenden Mitarbeiter und Partner für seine Visionen zu gewinnen? Das sind für den langfristigen unternehmerischen Erfolg wichtige Parameter, sicher – aber kein Unternehmer sollte seine persönlichen Lebensrisiken und die daraus resultierenden Herausforderungen für die strategische Organisation seines Unternehmens vergessen!

Dies gilt umso mehr, wenn der Unternehmer als Geschäftsführer-Gesellschafter auftritt und alle Kompetenzen (operativ und rechtlich) in seiner Person bündelt. Das ist gerade im familiengeführten Mittelstand eher die Regel als die Ausnahme und sicherlich eine gute Idee, um jederzeit entscheidungsfähig und nicht von anderen abhängig zu sein. Aber diese Struktur ist nur so lange tragfähig, wie der Unternehmer in der Lage ist, allen relevanten Verpflichtungen nachzukommen, vor allem unter rechtlichen, steuerlichen und kaufmännischen Gesichtspunkten. Wenn der Unternehmer ausfällt und seine gesellschaftsrechtlichen Aufgaben nicht mehr ausführen kann, sei es durch Krankheit, Unfall oder Tod, kann das die Existenz des Unternehmens in Gefahr bringen. Es gilt also auch für die Alleinentscheider und -eigentümer im Mittelstand, dass ihr Unternehmen auch bei ihrem plötzlichen Ausscheiden weiter existieren muss.

Warum der Notfallkoffer für Unternehmen? Auch ein Unternehmer ist nicht unsterblich

Der Worst Case kann jeden treffen, denn niemand ist vor einer schweren beziehungsweise tödlichen Erkrankung, einem Verkehrsunfall oder auch einem Verbrechen geschützt, sodass die Führung des Familienunternehmens nicht mehr möglich wird. Das oftmals spöttisch genutzte Wort der „Unsterblichkeit des Unternehmers“ bekommt einen bitteren Beigeschmack, wenn man in der Praxis sieht, welche negativen Auswirkungen diese äußerst ungünstige Selbstwahrnehmung (oder Selbstüberschätzung?) haben kann. Man darf eines nicht vergessen: Fällt der Geschäftsführer-Gesellschafter aus, steht das Unternehmen sofort ohne operative, strategische und rechtliche Führung da. Das führt zu erheblichen Fortführungsbedenken, schließlich bestehen bei jeder Art von Unternehmen – ob Personen- oder Kapitalgesellschaft – rechtliche Vorschriften, die dringend erfüllt werden müssen.

Ohne Notfallkoffer für Unternehmen - Schwerwiegende Auswirkungen beim Ausfall des Unternehmers

Dazu gehören natürlich wichtige Unterschriften unter notarielle Verträge, Bilanz, Jahresabschluss und Co. Je nach Organisation des Betriebs können ohne den Geschäftsführer-Gesellschafter aber nicht einmal Rechnungen bezahlt, Löhne überwiesen und Büromaterialien eingekauft werden. Das kann ein Unternehmen schnell an den Rand des Untergangs bringen, auch wenn die Geschäfte grundsätzlich gut laufen und keine Liquiditäts- oder Gewinnbedenken bestehen. Kurzum bedeutet das: Der Ausfall des Eigentümers kann zu einer sofortigen Arbeitsunfähigkeit im administrativen Bereich führen, die sich unweigerlich und kurzfristig auf das organisatorische Geschäft auswirken wird. Daher ist es überlebensnotwendig, dass der Eigentümer sich durch bestimmte Maßnahmen vor diesem Risiko absichert. Sonst wird im Zweifel das Gericht einen Notgeschäftsführer von außen bestimmen, der keinerlei emotionales und/oder strategisches Interesse an dem Unternehmen hat.

Das ist ein großes Problem, das eine Lösung benötigt. Und die heißt „Notfallkoffer“. Darin ist zwar kein Geheimrezept für die Unsterblichkeit des Unternehmers enthalten, aber immerhin zahlreiche wichtige Dokumente und Handlungsanweisungen für den unternehmerischen Umgang mit dem Betrieb. Dazu gehören neben dem Testament generell alle wesentlichen Dokumente (Versicherungen, Verträge etc.) und auch eine Liste mit Kontakten, die zurate gezogen werden können: vom Interims-Manager bis zum Rechtsanwalt, vom Steuerberater bis zur Personalberatung, um einen neuen Manager zu finden.

Mit dem Notfallkoffer auf alles vorbereitet sein

Unternehmerisch existenzielle Tätigkeiten ausführen

Ebenso kann über die Verordnungen im Notfallkoffer für Unternehmen auch ein Mitarbeiter oder Berater mit Prokura für das Worst Case-Szenario ausgestattet werden, um alle wichtigen Rechtsgeschäfte ausüben und damit in der Praxis zumindest für eine bestimmte Zeit den Chef zu ersetzen. Zu den unternehmerisch existenziellen Tätigkeiten, die dringend ausgeführt werden müssen, gehören unter anderem die ordnungsgemäße Buchführung und Bilanzierung, die rechtzeitige Aufstellung des Jahresabschlusses und die Erfüllung aller Pflichten gegenüber dem jeweiligen Sozialversicherungsträger.

Im Mittelpunkt vom Notfallkoffer für Unternehmen steht das Notfalltestament, in dem die wesentlichen Verfügungen zum Umgang mit dem unternehmerischen und privaten Vermögen festgelegt werden, die beim plötzlichen Ausfall des Inhabers greifen sollen. Das Notfalltestament kann durchaus in Form des sogenannten Berliner Testaments zur gegenseitigen Erbeinsetzung gestaltet werden, damit der Ehepartner zunächst alleiniger Erbe des Betriebs wird. Das verhindert, dass im Falle des Todes des Unternehmers die gesetzliche Erbfolge in Kraft tritt und das Vermögen zwischen Ehegatten und Kindern zersplittert wird. Das ist besonders problematisch, wenn minderjährige Kinder Gesellschaftsanteile erben, mit deren Rechten sie aber aufgrund ihres Alters kaum etwas anfangen können. Dies führt dann wiederum zu komplizierten rechtlichen Gestaltungen, damit Vater und/oder Mutter die Kontrolle darüber zurückerhält.

Notfallkoffer für Unternehmen stellt wirtschaftliche Sicherheit der Familie sicher

Tritt der Notfall nicht ein, werden die Verfügungen natürlich regelmäßig überprüft und an neue Situationen angepasst, sodass zu jedem Zeitpunkt die besten Maßnahmen getroffen sind. Und ab dem Zeitpunkt, zu dem ein Nachfolger bereitsteht beziehungsweise eine andere Lösung für die Unternehmensübertragung gefunden ist, kann das Notfalltestament ohnehin durch eine reguläre und ausführliche letztwillige Verfügung ersetzt werden. Das ist ein wichtiger Aspekt: Das Notfalltestament und der Notfallkoffer generell sind nicht das finale Gestaltungsinstrument für die Unternehmens- und Vermögensnachfolge, sondern sollen nur kurzfristig den Vermögensschutz und wirtschaftliche Sicherheit der Familie in einer menschlich und emotional möglicherweise katastrophalen Situation sicherstellen.

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Autor
Rechtsanwalt, Fachanwalt für Steuerrecht, Partner | BEITEN BURKHARDT Rechtsanwaltsgesellschaft mbH
Dr. Guido Krüger, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Steuerrecht, ist Partner der Wirtschaftskanzlei Beiten Burkhardt und Mitglied des weltweiten Leitungsausschusses. Er berät Familienunternehmen bei sämtlichen steuerlichen und gesellschaftsrechtlichen Fragestellungen und begleitet Familienunternehmer dabei, wirksame Modell für den privaten Vermögensschutz und die langfristige Entwicklung des Privatvermögens zu entwickeln. Mehr Informationen unter www.beiten-burkhardt.com.
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BEITEN BURKHARDT ist eine der führenden Wirtschaftskanzleien Deutschlands und deckt unabhängig und international alle Bereiche des Wirtschaftsrechts ab. Die Kanzlei hat ein fokussiertes Beratungsangebot und rund 300 Beratern an neun Standorten. Anwälte, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer sind versiert in sämtlichen Disziplinen des Wirtschaftsrechts und beraten Mandanten nach ihren persönlichen Bedürfnissen. Mehr Informationen unter www.beiten-burkhardt.com


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Dr. Guido Krüger, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Steuerrecht, ist Partner der Wirtschaftskanzlei Beiten Burkhardt und Mitglied des weltweiten Leitungsausschusses. Er berät Familienunternehmen bei sämtlichen steuerlichen und gesellschaftsrechtlichen Fragestellungen und begleitet Familienunternehmer dabei, wirksame Modell für den privaten Vermögensschutz und die langfristige Entwicklung des Privatvermögens zu entwickeln. Mehr Informationen unter www.beiten-burkhardt.com.

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