Familienstiftung schafft Struktur für alle M&A-Aktivitäten

Die Familienstiftung schafft feste Strukturen im Unternehmen und kann vielseitig eingesetzt werden.

Sehr interessant für Investoren kann das Beteiligungsmanagement über das Vehikel der Familienstiftung sein. Gerade dann, wenn ein Investor sehr aktiv mit seinen Beteiligungen umgehen will, also regelmäßig kauft und verkauft. Das liegt an den zahlreichen strategischen, betriebswirtschaftlichen und fiskalischen Vorteilen der Familienstiftung.

Beteiligungsmanagement mithilfe der Familienstiftung

In Zeiten des Niedrigzins‘ ächzen viele Investoren unter dem Anlagenotstand. Daher rückt der Blick schon länger auf unternehmerische Beteiligungen, da stabil wirtschaftende Unternehmen in der Regel nachhaltige Renditen erbringen, die sich weit oberhalb des durchschnittlichen Kapitalmarktzinses und sogar der durchschnittlichen Erträge aus aktiv gemanagten Wertpapierportfolios bewegen – und diese Beteiligungen sind weniger von kurzfristigen Bewegungen abhängig als Aktien und Co. Dabei stehen vor allem mittelständische Unternehmen für diese Investoren (Family Offices, Private Equity-Gesellschaften, Vermögensverwalter, vermögende Privatkunden) im Fokus: Der deutsche Beteiligungsmarkt zeigt sich weiterhin stark. Und wie die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mitteilt, gab es zwischen 2005 und 2017 durchschnittlich jährlich etwas mehr als 1100 M&A-Transaktionen, die auf einen deutschen Mittelständler zielten.

Sehr interessant für Investoren kann das Beteiligungsmanagement über das Vehikel der Familienstiftung sein. Gerade dann, wenn ein Investor sehr aktiv mit seinen Beteiligungen umgehen will, also regelmäßig kauft und verkauft. Auf der ersten Ebene fallen vor allem die betriebswirtschaftlichen und fiskalischen Vorteile auf. So können Erwerber beispielsweise eine GmbH-Beteiligung de facto steuerfrei aus der Vermögensverwaltung der Stiftung verkaufen. Bei einem Veräußerungsgewinn von acht Millionen fällt bei einem Verkauf aus der Familienstiftung heraus eine Steuerlast von 60.000 Euro an; bei einer Veräußerung aus dem Privatvermögen sind es mehr als 2,1 Millionen Euro. Das liegt an dem wesentlich reduzierten steuerpflichtigen Anteil des Gewinns, der dann auch noch einem niedrigeren Steuersatz unterliegt. Der Mehrwert aus steuerlicher Sicht wird unmittelbar deutlich.

Sicherer Hafen für die Beteiligungsaktivitäten dank Familienstiftung

Gerade Vermögenseigentümer mit einer höheren Umschlagsgeschwindigkeit bei ihren Beteiligungen können von der Familienstiftung profitieren. Kurz gesagt erwirbt und verkauft die Familienstiftung die Beteiligungen als Investorin, anstatt dass diese aus dem Privatvermögen gehalten und veräußert werden. Das hat vor allem auch den strategischen Vorteil, dass durch die Familienstiftung ein gesellschaftsrechtlich sicherer Hafen für die Beteiligungsaktivitäten entsteht. Unter dem Dach der Familienstiftung wird das Vermögen verselbstständigt. Das gilt sowohl für Anteile und Beteiligungen als auch für Sachwerte wie Immobilien. Durch die rechtliche Konstitution der Stiftung können diese Vermögenswerte nicht gegen den Willen des Stifters veräußert werden.

Das folgt aus dem originären Charakter der Familienstiftung. In der Stiftungssatzung als Kern der Stiftungserrichtung legt der Stifter-Unternehmer fest, inwiefern M&A-Aktivitäten durchgeführt werden dürfen, ob auf Käufer- oder auf Verkäuferseite. Der Stifter-Investor kann bestimmte Betriebsteile von jeder Veräußerung ausschließen oder zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft festlegen. Diese Vorgaben sind bindend und können nicht umgangen werden.

Und ebensowenig ist es zulässig, dass ein Beteiligungsmanager Assets erwirbt, die nicht zur Struktur der Familienstiftung passen. Es können rechtlich tragfähig nicht genehme Investitionen ausgeschlossen werden. Jeder Stifter hat bestimmte Vorstellungen, wie mit seinem Vermögen umgegangen werden soll, seien es rein liquide Mittel oder eben ein operativer Geschäftsbetrieb. Insofern legt er allein fest (unter strategischen, betriebswirtschaftlichen und/oder emotionalen Gesichtspunkten), welcher Art die Investments sein dürfen, wie hoch die maximale Beteiligungsquote sein soll und welche Bedingungen bei den historischen Kennziffern erfüllt sein müssen.

Regularien für das Beteiligungsmanagement bei der Familienstiftung

Dadurch erhalten Vermögensinhaber eine Sicherheit in der Weiterentwicklung des Beteiligungsmanagements, da sie jede unerwünschte Handlung in der Organisation von vornherein verhindern und wesentliche Vorgänge nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen ermöglichen. Der Stifter-Investor hält durch die Formulierungen in der Satzung das Heft des Handelns auch nach seinem Ausscheiden in der Hand, indem nichts geschehen kann, was er nicht vorgesehen hat. Die Regularien für das Beteiligungsmanagement können detailliert vorgegeben werden, sodass unter allen denkbaren Führungskonstellationen im Sinne des Stifters entschieden werden kann. Und für das Unternehmen wird die Möglichkeit geschaffen, sich gezielt weiterzuentwickeln, auf Marktveränderungen zu reagieren und Chancen zu nutzen, die sich durch ein kluges Management ergeben. All’ diese Faktoren sprechen für die Option einer Familienstiftung.

Fazit: Familienstiftung führt Investmentportfolio

Die Familienstiftung kann dementsprechend auch nur zu dem Zweck errichtet werden, ein Beteiligungsportfolio zu führen und zu entwickeln. Das ist besonders für vermögende Familien beziehungsweise deren Family Offices interessant, aber ebenso für professionelle Finanzgesellschaften, die auf diese Weise ihre Assets absichern und die M&A-Aktivitäten noch besser strukturieren möchten. Entweder Investoren übertragen ein bestehendes Portfolio in eine neu errichtete Familienstiftung, um in Zukunft die Chancen zu nutzen. Oder aber die Familienstiftung wird vor Beginn der Aktivitäten aufgebaut, um von Beginn an alle Investitionen darüber abzuwickeln. Das schafft für die Jahre und Jahrzehnte eine tragfähige Struktur für M&A-Transaktionen und Private Equity-Investitionen und versetzt einen Vermögensinhaber die Lage, das Beste aus seinen Beteiligungen herauszuholen.

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Rechtsanwalt und Steuerberater Thorsten Klinkner führt die Rechtsanwalts- und Steuerberatungsgesellschaft UnternehmerKompositionen GmbH aus Meerbusch bei Düsseldorf. Sie ist etablierter Spezialdienstleister für die rechtlich, steuerlich und strategisch tragfähige Errichtung von Familienstiftungen als Instrument einer zukunftsorientierten Eigentümerstruktur. Thorsten Klinkner kooperiert auch mit unabhängigen Vermögensverwaltern und Family Offices.
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Die UnternehmerKompositionen Rechtsberatungsgesellschaft und Steuerberatungsgesellschaft mbH ist ein von Rechtsanwalt und Steuerberater Thorsten Klinkner geführtes Beratungsunternehmen mit Sitz in Meerbusch bei Düsseldorf, das sich auf die Entwicklung von Stiftungs-Strategien für Unternehmer, Investoren und deren Familien spezialisiert hat. Im Mittelpunkt steht, Vermögenswerte (Beteiligungen, Immobilien-Portfolios, Wertpapiere etc.) bestmöglich zu schützen und in einem stabilen Rahmen langfristig weiterzuentwickeln. Insbesondere eine Familienstiftung ist ein herausragendes Instrument für den dauerhaften Vermögensschutz, da sie neben der rechtlichen und steuerlichen Komponente auch Stabilität und Mehrwerte in der Unternehmensführung schafft. Das Management lässt sich in einer Stiftungslösung gezielt von der Gesellschafterebene abkoppeln, was zu einer großen Unabhängigkeit führt. Für viele Vermögenseigentümer, Familien und Unternehmer ist die Familienstiftung bereits zu einem festen Baustein in der Gesamtkomposition geworden. Die UnternehmerKompositionen sind ausschließlich auf die Konzeption und Umsetzung von Stiftungs-Strukturen spezialisiert und beraten den gesamten Prozess strategisch, steuerlich und rechtlich. Die UnternehmerKompositionen unterstützen Unternehmer und Investoren dabei, für ihre Ertragsquelle langfristige und zukunftsorientierte Eigentümerstrukturen zu schaffen, die über die Generationen hinweg den Fortbestand eines Unternehmens oder Investment-Portfolio vor Fremdeinflüssen und Nachfolgeproblematiken absichern und dadurch erhalten können. Weitere Informationen unter www.unternehmerkompositionen.de


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Rechtsanwalt und Steuerberater Thorsten Klinkner führt die Rechtsanwalts- und Steuerberatungsgesellschaft UnternehmerKompositionen GmbH aus Meerbusch bei Düsseldorf. Sie ist etablierter Spezialdienstleister für die rechtlich, steuerlich und strategisch tragfähige Errichtung von Familienstiftungen als Instrument einer zukunftsorientierten Eigentümerstruktur. Thorsten Klinkner kooperiert auch mit unabhängigen Vermögensverwaltern und Family Offices.

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